Gesprächspausen

Gesprächspausen

Gesprächspausen gekonnt einsetzen

Unendlich fliessen die Wörter…

Ich habe gerade eine Tasse Kaffee geholt, um eine kleine Unterbrechung in den letzten Vorbereitungen meines Vortrages zu machen und gleichzeitig meine Gedanken zu sortieren. Kurz bevor ich mein Zimmer erreiche, begegne ich meinem Arbeitskollegen Maurice, mit dem ich an zahlreichen gemeinsamen Projekten arbeite. Ich schätze ihn sehr, doch eine Sache an ihm kann anstrengend sein. Wenn er einmal anfängt zu reden, hört er nicht mehr auf.

Gesprächspausen-Übung: Unendlich fliessen die Wörter

Unendlich fliessen die Wörter…über Gesprächspausen gekonnt einsetzen

Und genau so ist es jetzt! Meine Zeit geht dahin und meine gerade sortierten Gedanken kommen direkt wieder durcheinander…

Bestimmt kennen Sie auch jemanden aus ihrem Umfeld, der gerne ohne Punkt und Komma redet. Sie haben keine Chance, das Wort zu ergreifen und wissen auch nicht so genau, wie Sie es anstellen können, ohne ihn dabei zu verletzen. Während seines Monologs schweigen Sie und sind mit den Gedanken schon ganz woanders. Und dann fragen Sie sich, ob Sie selbst manchmal vielleicht auch so reden und Ihrem Gesprächspartner überhaupt eine Chance geben, auf ihre Aussagen zu reagieren.

Wir haben für Sie die drei gängigsten Gesprächspausen aufgelistet und erklärt, wie Sie diese anwenden. Sicherlich gibt es noch weitere Pausen zu bedenken oder eine andere Einteilung der unten erwähnten Pausen wäre möglich. Doch wir haben uns schließlich für die folgende Aufeilung in drei verschiedene Pausen entschieden.

1. Die Pause für eine “peinliche Situation” oder “Emotions”-Pause

Diese Pause kommt vor, wenn jemanden einen groben Fehler macht, bzw. gemacht hat und dies erst jetzt feststellt oder damit konfrontiert wird. Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie gerade etwas entdeckt haben, was sie nicht hätten herausfinden dürfen. Die dritte Möglichkeit ist, dass jemand sich gerade in einer schwierigen emotionalen Phase befindet, wie z.B. Trauer oder Angst. Wenn Sie ein guter Beobachter sind, werden Sie von selbst erkennen, dass etwas geschehen ist, wodurch Ihr Gesprächspartner es gerade jetzt sehr schwierig hat.

Es gibt zwei Möglichkeiten, was Sie in solch einem Fall tun können: Entweder beenden Sie die Pause, indem Sie etwas sagen oder aber das ganze Gespräch. Sie können ebenfalls warten und die andere Person ermutigen, über das Thema zu sprechen und so die eigene Seele frei zu reden. Was für Sie persönlich die passendste Wahl ist und wann Sie diese anwenden, können nur Sie selbst entscheiden. Egal was Sie tun, es hat in dem Moment keinen Sinn, das eigentliche Gespräch weiterzuführen, ohne zuerst diese Situation zu klären. Wenn Sie z.B. in einem Beurteilungsgespräch sind und soeben herausgefunden haben, dass Ihr Mitarbeiter einen groben Fehler gemacht hat und sich dafür sehr schämt, hat es keinen Zweck, die Beurteilungsliste weiter abzuarbeiten, bevor Sie das Problem nicht angesprochen und gelöst haben. Er wird Ihnen nämlich andernfalls nicht mehr zuhören. Wenn Sie während einer Projektbesprechung bemerken, dass ein Mitarbeiter anfängt zu weinen weil er sich z.B. gerade von seiner Frau getrennt hat, hat es ebenfalls keinen Zweck einfach weiterzumachen. Was Sie dann mindestens tun können ist, die Besprechung kurz zu unterbrechen und mit dem Mitarbeiter abzustimmen, ob er dabei bleiben möchte oder lieber einen Tag freinimmt.

Wenn Sie also bemerken, dass bestimmte Emotionen während eines Gesprächs auftauchen, sorgen Sie dann zuerst dafür, dass Ihr Gesprächspartner wieder im Kommunikationsmodus ist.

2. Die Nachdenkpause: Ihr Gesprächspartner braucht eine kurze Pause, um seine Gedanken zu strukturieren oder eine Antwort zu formulieren.

Ihr Gesprächspartner hört während des Gesprächs auf zu reden und schaut nachdenklich in der Ferne. Oder Sie haben gerade eine Frage gestellt und ihr Gesprächstpartner schaut nachdenklich vor sich hin. Dies sind Anzeichen dafür, dass er seine Gedanken gerade sortiert oder aber er setzt sich gerade mit sich selbst bzgl. des Themas auseinander. Die Emotionen haben sich nicht geändert, aber Ihr Gesprächspartner schaut Sie nicht an.

Dies bedeutet, dass Ihr Gesprächspartner ein bisschen Zeit braucht. Warten Sie ruhig, bis er fertig ist und Sie wieder anschaut. Kurz danach wird er das Gespräch fortsetzen bzw. eine Antwort geben. Sie sollten während dieser Pause keine neue Fragen stellen oder Ihre Meinung zum Ausdruck bringen, denn Ihr Gesprächspartner ist noch gar nicht empfangsbereit. Sie können es sehen, wenn er wieder bereit ist, mit Ihnen weiter zu kommunizieren, und zwar in dem Moment, wenn er Sie anschaut.

3. Der Sender-Empfänger-Wechsel: Ihr Gesprächspartner hat aufgehört zu reden oder hat eine Frage formuliert und wartet jetzt auf eine Antwort oder Reaktion Ihrerseits.

Ihr Gesprächspartner hat gerade etwas gesagt oder gefragt und schaut Sie direkt an. Er wartet auf eine Reaktion. Dies ist die kürzeste Pause, jedoch eine besonders wichtige, um Ruhe in ein Gespräch zu bringen und den Kommunikationsfluss auszubalancieren. Wenn Sie sprechen, achten Sie darauf, dass Sie Ihrem Gesprächspartner auch eine Pause gönnen. Bieten Sie ihm die Möglichkeit, etwas zu sagen oder zu reagieren. Wenn Sie zu lange am Stück reden, schwindet irgendwann die Aufmerksamkeit des Gesprächspartners und somit leidet die Kommunikation. Übernehmen Sie die Verantwortung, ein gutes und ausbalanciertes Gespräch zu führen, denn nur so erreichen Sie maximale Ergebnisse.

Aufgabe 1:

Bauen Sie in der Gesprächsvorbereitung Pausen ein. Dies können Sie tun, indem Sie ein Gespräch in verschiedene “Strophen” einteilen und versuchen, nach jeder Strophe eine Reaktion des Gesprächpartners zu erlangen.

Aufgabe 2:

Verfolgen Sie während ihrer nächsten Gespräche aufmerksam, wie Ihr Gesprächspartner reagiert. Wenn er Sie nicht anschaut, bauen Sie eine Pause ein und warten Sie, bis er wieder “präsent” ist. Wenn er fragt, warum Sie schweigen, können Sie immer sagen “Ich habe gesehen, dass Sie nachdenklich geschaut haben und wollte Ihnen die Zeit gönnen, Ihre Gedanken zu ordnen”.

Die Kaffee und Kuchen Strategie

Und im Falle des Vielredners zu Beginn dieses Artikels: Überraschen Sie Ihn mit ein Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee und erzählen Sie Ihm, was er bei Ihnen bewirkt, wenn er Ihnen keine Chance gibt, zu reagieren und ohne Pause spricht und dass Sie dies gerne ändern möchten. Der Vorteil dabei: Sehr wahrscheinlich wird er durch die Tasse Kaffee und das Stück Kuchen so überrascht sein, dass er neugierig auf den Grund dafür wird und daher bereit ist zuzuhören… und wenn nicht, ist er hoffentlich still, wenn er seinen Kuchen isst.

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